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Vor allem
in früheren Zeiten waren Brandkatastrophen großen Ausmaßes
keine Seltenheit. Ganze Dörfer, Märkte und Städte brannten
nieder, da zur Bekämpfung des Feuers nur sehr spärliche Mittel
zur Verfügung standen.
Es gab keine Feuerwehren im heutigen Sinne, sondern die
Bevölkerung half sich im nachbarlicher Selbsthilfe. Feuerlöscheimer
gingen vom Brunnen oder anderen Wasserstellen in langen Menschenschlangen
von Hand zu Hand zum Brandplatz.
So besagt eine Eintragung im Protokollbuch der Gemeinderates
im Jahr 1860, dass neu zugezogene Gemeindebürger und neugegründete
Familien sich einen ledernen Feuereimer, respektive Wassereimer, anzuschaffen
hatten.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand die Idee, den
Feuerschutz auf freiwillige Basis zu organisieren. Im Jahre 1847 wurde
die erste Freiwillige Feuerwehr Bayerns in Nürnberg gegründet.
Um 1870 wurden die ersten Frw. Feuerwehren im Landkreis
Passau ins Leben gerufen. Um diese Zeit gab es auch in Fürstenstein
verantwortungsbewusste Bürger, die eine Freiwillige Feuerwehr gründeten.
Aus einem Schriftstück im Bayerischen Staatsarchiv,
das ist die erste Aufzeichnung darüber, ist das Bestehen einer Freiwilligen Feuerwehr
zu entnehmen. Nach diesem Schreiben fand im Frühjahr 1877 eine gemeinsame
Übung der Pflicht- und der Frw. Feuerwehr statt.
Als Initiatoren zur Gründung einer Frw. Feuerwehr in
Fürstenstein sind in der Protokollbüchern genannt:
Niedermayer Max, Schlossgutsbesitzer von Englburg
Kerber Josef, Brauerei- und Gasthofbesitzer von
Fürstenstein
Baumgartner Josef, Wagner von Englburg
Berlinger Josef, Kollnberg
Die nachfolgend aufgezeichnete Entwicklung der Feuerwehr stützt
sich hauptsächlich auf die Protokollbücher und Bilder/Chroniken der
Feuerwehr. Für die Jahre 1877 - 1886, 1915 - 1919 und 1943 - 1951
fehlen diese Aufzeichnungen ganz oder teilweise, sodass eine chronologische
Wiedergabe aller Daten nicht immer vollständig und in späteren
Aufschreibungen auch manchmal widersprüchlich erscheint.
1877 Gründung der Frw. Feuerwehre Fürstenstein
1884 Beschluss des Gemeinderates ein Feuerwehrrequisitenhaus zu
bauen und Baubeginn. Die Mittel für den Bau wurden durch freiwillige
Leistungen und Beiträge sowie Erhebung von Umlagen geregelt. Ebenso
wurde die Anschaffung von einer Löschmaschine zum Preis von 1400
Mark beschlossen.
1885 Das neue Spritzenhaus konnte bezogen werden.
1891 Aufbau eines hölzernen Turmes auf das Spritzenhaus.
1894 Anschaffung einer Fahne und Fahnenweihe. Zum Fest waren 35
Vereine erschienen. Fahnenmutter war Frau Maria Gruber aus Peigerting.
Die Weihe nahm Herr Pfarrer Bullinger vor. Patenverein war die Frw. Feuerwehr
Obernzell.
1911 Jubiläumsfeier (25 Jahre) 32 verschiedene Vereine haben
teilgenommen.
1913 Die Gemeinde kaufte eine 2. Löschmaschine.
1927 Umbau des Gerätehauses.
1930 Ankauf einer Motorspritze.
1935 50 - jähriges Jubiläum. 23 Vereine beteiligten
sich.
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